Gedanken zu den Gedichten vom 03.07.2020, über Absinth & französische Dichter

Früher habe ich - bemerkenswert früh, um nicht überheblich zu wirken - französische Poesie geliebt. Gerade Paul Verlaine hatte es mir nebst Charles Baudelaire besonders angetan.

Paul Verlaine war ein lebenslanger Alkoholiker, der dazumal sich wohl gerade vom Getränk Absinth inspirieren lassen hat. Absinth ist ein thujonhaltiges Getränk, was dann 18 Jahre nach dem Tod des Dichters in Frankreich aufgrund des Thujons verboten worden ist. Bei Thujon handelt es sich bekanntlich um ein Nervengift und so könnte man rückblickend doch sagen, dass es somit wohl auch als Droge missbraucht worden ist.

Aber da wären wir beim Punkt: Man kann was Legales nicht als Droge missbrauchen...

(Wobei das Wort Droge nicht mehr bedeutet als eine rauscherzeugende Substanz.)

Am Rande erwähnt war Absinth von 1910 - 1999 (!!!) in der Schweiz ebenfalls verboten, wird aber heute, leider mit weit weniger Thujongehalt wieder legal verkauft.

Auch Baudelaire war natürlich ein Liebhaber der «grünen Fee». Baudelaire, was ihn natürlich für mich sowieso irgendwie sympathisch macht, wurde ja sogar wegen Verletzung der öffentlichen Moral verurteilt - und dies aufgrund einiger Gedichte....

...ach ja, ich möchte nun nicht darüber berichten, wieviele Destillerien während der vielen Jahre des gesetzlichen Verbotes, Absinth herstellten. Darunter stark vertreten (natürlich) auch die Schweiz.

Es ist spannend, wie sich die Zeit wandelt. Wenn man bedenkt, seit wann Kokain in der Schweiz eigentlich wirklich verbreitet ist (geschweige denn zuvor überhaupt entdeckt und hergestellt), frage ich mich natürlich, ob in 100 Jahren auch Kokain legal erhältlich sein wird. In einer Form, die wohl weit unschädlicher ist als die heute illegale und sehr gestreckte Umlaufform. (...und man darf nicht vergessen: Kokain ist eine pflanzliche Droge. ...und zu Zeiten von Reinhard Lutz wohl auch noch nicht in dem Umfange gestreckt wie heute.)

Bemerkenswert an dieser Stelle ist auch, dass Sigmund Freud, selbst Kokain-Konsument, als einer der ersten die Droge auf breiter Ebene bekannt machte, erforschte deren Wirkung im Selbstversuch und an Patienten.

Auch diese Droge wurde wohlbemerkt erst im ersten Quartal des 20. Jahrhunderts verboten.

...und ich wiederhole mich; wer weiss, vielleicht wird diese ja ebenfalls irgendwann (wodurch es massiv weniger Todesfälle diesbezüglich gäbe; nicht aufgrund des Konsums, sondern wegen der Herstellung, des Handels (!!!) und diesbezüglichen Drogenkrieges in Südamerika) legal erhältlich sein. Ich jedenfalls würde es meiner Nachwelt gönnen...