SPZ Nottwil - Falsches Mitleid

Juhuuu! Morgen trete ich aus dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil aus. 

Aufgrund einer Wirbelsäulenoperation war ich nun einige Tage stationär in diesem Spital. 

Wohl in keinem anderen Zentrum kannst du so viele Rollstuhlfahrer auf einem Platz sehen. 

Diese Woche sass ich oftmals draussen, musste mir Mühe geben, dass ich nicht mit heulen beginne. Gleichzeitig fragte ich mich, weshalb denn? Ist es wirklich herzliches Mitleid? In Tag und Wahrheit musste ich mir aber selbst eingestehen: es ist Selbstmitleid. Ich tue mir selbst leid, dass ich nicht glücklicher bin, mit dem, was ich habe. Manchmal sehe ich wohl gar nicht, was ich alles habe. 

Ja, der Aufenthalt tat mir gut. 

Gestern rollte ein Tetraplegiker zu mir und bat mich ihm eine Zigarette anzuzünden. Die Zigaretten würden sich in der Seitentasche befinden. Noch am Anfang dieses Aufenthaltes hätte ich wohl so sehr mit Tränen kämpfen müssen. Gestern aber nicht (mehr). Ich lächelte ihn an, wie ich immer jemanden anlächle in einer solchen Situation, witzelte noch (da ich ja die Zigarette in die Hand nehmen musste), ich hätte kein Corona und zündete ihm die Zigarette an. 


Oftmals hörte ich, wenn es einem schlecht geht, sollte man nach Nottwil. Dann wisse man wieder, es gehe einem gut. Solch ein Quatsch?! Sollen wir uns daran ergötzen, dass es jemandem scheinlich schlechter geht?

Nein!!! Wir sollten primär und immer - ohne Vergleiche! - zufrieden mit dem sein, was wir haben und es schätzen.